Wie alles begann

Dieses Bild signiert mit Karl M. Schuster, Badgastein 1946 zeigt das Ullmannlehen als es noch voll in Betrieb war. Eine Bäuerin macht sich vor der Tür zu schaffen und ein Bauer dürfte gerade am Dengeln von Sensen sein. Bei diesem Gemälde sieht man auch noch das Stallgebäude, welches jedoch offenbar dem Straßenbau weichen musste.Dennoch sieht das Haus noch immer so aus wie auf diesem Bild. Eines der Gründe warum dieses Haus so fasziniert, denn es gibt selten Gebäude, die in einem so ursprünglichen Zustand wie dieses alte Bauernhaus erhalten geblieben sind. Die Geschichte des Hauses geht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Im SalzburgerLehenbuch II von 1427/29 und im Lehenbuch III von 1434 f. lautet die Eintragung: „…ein Gut, heißt auf der Stuhlau…“ was der älteste Namen dieses Gutes war. Eine dendrochronologische Untersuchung der Universität für Bodenkultur hat bestätigt, dass die Baumstämme aus denen das Haus gebaut worden ist aus dem Jahr 1490 stammen.
Das bewog den Kulturverein Ladislaus, speziell Familie Pohl, sich um das Haus zu kümmern und es wieder zu restaurieren. Mein Mann und ich interessieren uns seit Jugend für die bäuerliche alpine Baukultur. Schon als wir in das Gasteinertal zogen, haben wir dieses wunderschön gelegene Bauernhaus entdeckt und auch besichtigen wollen. Damals war es noch von der sogenannten „Goaß Nani“ bewohnt. Eine Frau, die mit Ziegen Hennen bis zum letztenTag  in dem Anwesen lebte. Sie war sehr eigen und als wir zu dem Haus kamen und anklopften schaute sie aus dem obersten Fenster heraus und wir als wir fragten, ob wir das Haus besichtigen dürften, weil wir uns für alte Häuser interessierten, rief sie: „ Is neamt do!“ – Wir antworteten: „Aber Sie sind doch da!“ Da flog das Fenster auch schon zu und das Haus war für uns verschlossen. Lachend verließen wir die alte Dame, dennoch hatten wir immer ein Auge auf dem Haus. Immer wenn wir daran vorbei fuhren mußten wir über die lustige, abweisende Ansage lachen. Nach einigen Jahren kam jedoch die Nachricht, dass die alte Dame gestorben sei. Man hatte sie mit ihrer letzten Henne im Bett leblos gefunden. Das Haus im Besitz der Gemeinde Bad Gastein war einsturzgefährdet.
Damals beschlossen wir im Kulturverein Ladislaus, welcher die Bewusstmachung, Erhaltung und Renovierung alter Kulturgüter Gasteins zum Ziel hat, eine Wiederbelebung dieses einzigartigen Hauses zu ermöglichen. Dank einer Subvention des Landes Salzburg war es möglich eine Notsanierung in die Wege zu leiten. Der Verein der Gasteiner Perchten und der Bauhof der Gemeinde Bad Gastein halfenn den massiven Unrat, der sich über die Jahrzehnte in dem Haus angesammelt hatte zu entsorgen. Der Ziegenmist hatte sich meterhoch aufgetürmt, was dem Bestand sehr zugesetzt hatte.